Zurück zum Blog
Solar12. Juli 20268 Min LesezeitZuletzt aktualisiert: 12. Juli 2026

Aufmaß PV-Anlage: Die Checkliste für den Vor-Ort-Termin

Was muss beim Photovoltaik-Aufmaß erfasst werden? 8-Punkte-Checkliste für Dachgeometrie, Verschattung, Statik und Kabelweg — plus Hinweise zu digitalen Apps.

Monteur misst Dachfläche für PV-Anlage
Foto: Vladimir Srajber / Pexels

30 cm vergessene Dachfläche = ein Modul weniger × 400 Wp × 950 kWh/kWp/Jahr × 0,35 €/kWh × 25 Jahre = rund 3.300 € entgangener Lebenszeit-Ertrag — pro vergessenem Modul. Plus Umplanung am Montagetag, Modul-Nachbestellung, Kundengespräch über die "plötzlich kleinere" Anlage. Eine vollständige Aufmaß-Aufnahme dauert 30 Minuten vor Ort und vermeidet alle drei Probleme. Hier ist die 8-Punkte-Checkliste, die nichts auslässt.

Du bist am Freitag beim Kunden, machst Aufmaß für eine 8-kWp-Anlage. Zollstock, Block, Handy für Fotos. Zwei Wochen später beim Montagetag: 30 cm fehlen. Drei Module statt der geplanten vier passen aufs Süddach. Du musst umplanen, der Kunde fragt warum sich die Leistung von 12 auf 9 kWp reduziert, und der Wechselrichter ist schon bestellt.

Wer Solar-Aufmaß macht, kennt diese Geschichte oder eine sehr ähnliche. Das Problem ist selten der Zollstock — es ist die Vollständigkeit. Was im Erstaufmaß vergessen wurde, kommt am Montagetag teuer wieder.

1. Dachgeometrie

Dachvermessung mit Maßband
Ohne präzise Maße ist der Rest egal — die Geometrie ist die Basis. · Foto: Christina & Peter / Pexels

Die Basis. Ohne präzise Maße ist der Rest egal.

  • Länge und Breite der Modulfläche
  • Traufhöhe und Firsthöhe
  • Dachneigung (per Smartphone-Wasserwaage oder Neigungsmesser, Genauigkeit auf 1°)
  • Ausrichtung (Azimut)

Ertrag nach Dachausrichtung

AusrichtungErtragsfaktorPraxis-Empfehlung
Süd (S, 180°)100 %Optimal — Standardfall, ideale Auslegung
Süd-Ost / Süd-West~95 %Sehr gut — kaum spürbarer Verlust
Ost (90°) / West (270°)~85 %Bei Eigenverbrauch oft besser als reine Süd-Anlage — gleichmäßigere Tagesverteilung
Nord-Ost / Nord-West~70 %Vertretbar bei knappen Süddach-Verhältnissen, Wirtschaftlichkeit prüfen
Nord (N, 0°)50–60 %Nur sinnvoll bei sehr flachem Dach oder günstigen Sonderfällen
Annahmen: 30° Dachneigung, Mitteldeutschland, kein Verschattungsverlust. Werte können je nach Modul-Typ ±5 % variieren.

Faustregel: Wenn du das Aufmaß abgibst und der Statiker nicht selbst aufs Dach muss, war dein Aufmaß gut.

2. Dacheindeckung und Substruktur

Was ist drauf? Was ist drunter? Hier entscheidet sich das Montagesystem.

  • Ziegel-Typ: Frankfurter Pfanne, Biberschwanz, Tonziegel, Betondachstein, Trapezblech, Wellblech, Bitumen?
  • Alter und Zustand: Sind Ziegel porös, gebrochen, verwittert?
  • Substruktion: Holz-Sparren mit welchem Abstand? Stahltrapez? Beton?
  • Vorhandene Lasten: Dachausbau, Wasserspeicher, alte Antennen-Fundamente?

Montagesystem je nach Eindeckung

EindeckungMontagesystemAufwand
Frankfurter Pfanne / Biberschwanz / TonziegelDachhaken auf SparrenStandard — schnell, robust
BetondachsteinDachhaken oder AdapterStandard, je nach Dicke Adapter nötig
TrapezblechStockschrauben oder Spezial-KlemmenMittel — Lochfraß-Risiko beachten
Wellblech / SandwichplattenSpezial-KlemmenMittel — Hersteller-spezifisch
Bitumen / FlachdachAufständerung oder BallastHöher — Statik kritisch, oft Genehmigung
Reet / Schiefer / SchindelSonderkonstruktion oder gar nichtHoch — Denkmal-/Brandschutz prüfen
Bei Sonderdächern unbedingt Hersteller-Freigabe des Montagesystems prüfen — sonst Garantie-Risiko.

3. Dachstatik

Nicht jeder Dachstuhl trägt die zusätzliche Last problemlos. Eine 8-kWp-Anlage wiegt etwa 200-300 kg, plus Schneelast in Höhenlagen.

  • Sparrenstärke und Abstände dokumentieren
  • Sichtkontrolle auf Risse, Fäulnis, Insektenbefall
  • Schneelastzone des Standorts (DIN EN 1991-1-3) — relevant ab 600 m, kritisch ab 1.000 m Höhe

Wenn du selbst nicht statisch beurteilen kannst, einen Hinweis ans Angebot: "Statische Prüfung durch Fachkraft empfohlen." Schützt dich rechtlich, kostet dich nichts. Mehr Tipps für PV-Angebote in Angebot PV-Anlage Vorlage.

4. Verschattung

Baumschatten auf einem Hausdach
Verschattung ist der Punkt, der online auf Satellitenbildern oft fehlt. · Foto: Jose Lopez / Pexels

Der Punkt, der online vergessen wird, weil Satellitenbilder Bäume oft nicht in voller Höhe zeigen.

  • Schornstein, Lüftungsrohre, Dachfenster auf der Modulfläche
  • Bäume in der Umgebung — Höhe und Entfernung, Wachstum berücksichtigen
  • Nachbargebäude — vor allem in Süd-Richtung
  • Jahreszeitlicher Verlauf — Bäume ohne Blätter im Winter verschatten anders als im Sommer

Bypass-Dioden und Optimierer. Bei unvermeidlicher Teilverschattung: Modul-Optimierer (z.B. Tigo, SolarEdge) oder Mikro-Wechselrichter verhindern, dass ein verschattetes Modul den ganzen String runterzieht. Kosten ca. 50-80 € pro Modul extra, aber bei realistischer Verschattungserwartung amortisiert sich das oft binnen 4-6 Jahren.

Faustregel: Im Zweifel mit dem Kunden besprechen. Eine kleinere Anlage ohne Verschattung produziert mehr als eine größere mit 20 % Verschattungs-Verlust.

5. Hindernisse auf dem Dach

Was nicht überbaut werden darf.

  • Schornsteine — Mindestabstand nach Schornsteinfeger-Vorgabe (meist 50 cm)
  • Lüftungsrohre und Dachfenster
  • Antennen, Satellitenschüsseln — oft umsetzbar, aber kostet
  • Dachflächenfenster mit Sicherheitsabstand
  • Blitzschutz-Vorrichtungen

Fotos von jedem Hindernis mit Position und Maß. Im Aufmaß-Skizze einzeichnen.

6. Kabelweg vom Dach zum Wechselrichter

Kabelführung im Keller
Brandschutz-Durchbrüche und Wandführung sind oft die unterschätzten Kostentreiber. · Foto: Pavel Danilyuk / Pexels

Oft unterschätzt, oft teuer.

  • Weg vom Dachboden zum Aufstellort des Wechselrichters
  • Wanddurchbrüche notwendig? In welcher Wand?
  • Brandschutz — Brandschotts an Geschossdecken
  • Länge für die Auslegung der DC-Leitung (Spannungsverlust)
  • Aufstellort Wechselrichter — Keller? Hauswirtschaftsraum? Trocken, belüftet, zugänglich?

Eine 20-Meter-Kabelführung durch drei Geschossdecken mit drei Brandschutz-Durchbrüchen kostet mehrere hundert Euro extra. Im Angebot stehen, nicht hinterher draufschlagen.

7. Hausanschluss und Zählerschrank

Hier wird's elektrotechnisch.

  • Hausanschluss-Daten: Nennstrom (oft 35 A oder 63 A), Kabelquerschnitt
  • Zählerschrank-Platz für zusätzliche Komponenten (Einspeisezähler, Smart Meter)
  • Erdung und Potentialausgleich — Zustand, Anschlussmöglichkeit
  • Netzbetreiber — wer ist es, welches Anmeldeformular brauchst du

8. Foto-Dokumentation

Mindestens 8-12 Fotos. Lieber zu viele als zu wenige.

  • Übersicht Dach von allen vier Seiten
  • Detail Dacheindeckung (Ziegel-Typ erkennbar)
  • Dachboden Innenansicht (Substruktur)
  • Schornstein und Lüftungen im Detail
  • Verschattungsobjekte (mit Maßstab — Person oder Zollstock im Bild)
  • Hausanschluss / Zählerschrank
  • Geplanter Wechselrichter-Standort
  • Kabelweg

Die Fotos sind später dein Beweismittel — bei Streit, bei Nachträgen, bei der Übergabe an Kollegen. Für Offline-Tauglichkeit auf der Baustelle siehe Mobile App auf der Baustelle.

Spezial-Dächer: Flachdach, Denkmal, Reet

Drei Konstellationen, die im Standard-Aufmaß zusätzliche Punkte verlangen.

Flachdach mit Aufständerung

Bei Flachdächern (typisch Gewerbedach, Garage, Anbau) wird die Anlage aufgeständert — meist 10-15° Neigung Richtung Süd. Zusätzliche Aufmaß-Punkte:

  • Statik kritisch: Ballast-System (mit Beton-Gewichten) oder Durchdringung (Dübel im Dach) — der Statiker muss vorab freigeben
  • Abstand zwischen Modulreihen wegen Eigenverschattung: bei 15° Aufständerung mindestens 1,5× Modulhöhe
  • Windlast und Schneelast beachten — bei Aufständerung höher als bei flachem Dach
  • Dachhaut-Schutz: Bautenschutzmatten unter den Befestigungspunkten zwingend, sonst Garantie-Verlust auf Dach

Denkmalschutz

Bei denkmalgeschützten Häusern (vom Eigentümer früh klären, oft nicht offensichtlich!) gilt:

  • Genehmigung der Denkmalpflege zwingend vorab — kann 2-6 Monate dauern
  • Oft Auflagen zur Modul-Farbe (anthrazit/schwarz statt blau) oder Modul-Anordnung
  • Indach-Lösungen (statt Aufdach) werden manchmal vorgeschrieben — höhere Kosten, Spezial-System
  • Kein Bauantrag = Bußgeld + Rückbau-Verpflichtung

Reetdach und Schindel

Bei Reet- oder Holzschindel-Dächern ist eine PV-Installation meist nicht möglich:

  • Brandschutz-Auflagen wegen leicht entzündlichem Material
  • Sondergutachten erforderlich
  • Praktisch: dem Kunden vom Aufmaß-Termin an klar absagen oder Indach-Spezial-Lösung anbieten

Genehmigungspflicht und Bauantrag

Stand 2026 nach Solar-Beschleunigungs-Verordnungen der Länder:

  • Bayern (seit 2023): PV-Anlagen genehmigungsfrei auch bei Aufständerung auf Gewerbedächern bis 20 m Bauhöhe
  • NRW, BW, Hessen, Niedersachsen: Genehmigungsfrei auf Wohngebäuden, gewerbliche Sonderregelungen
  • Berlin (Solargesetz seit 2023): Neubau-Pflicht für Solar, aber kein Bauantrag bei nachträglicher Installation
  • Denkmalschutz-Bereich: Immer vorher mit der zuständigen Denkmalbehörde klären

Praxis-Konsequenz: Beim Aufmaß den Kunden fragen, ob das Gebäude in einem Schutzgebiet liegt oder denkmalgeschützt ist. Wenn ja: Anmeldung beim zuständigen Amt einleiten, bevor das Material bestellt wird.

Häufige Aufmaß-Fehler mit konkreten Folgen

Aus der Praxis — die fünf Fehler, die wir am häufigsten hören:

Fehler 1: Schornstein zu nah eingeplant. Statt 50 cm Mindest-Abstand werden 30 cm gemessen. Beim Montagetag wird ein Modul gestrichen — Leistungsverlust 400 W, finanziell ~3.300 € über die Lebenszeit.

Fehler 2: Dachboden-Substruktion nicht geprüft. Beim Montieren stellt sich heraus: Sparren sind nicht regelmäßig im 70-cm-Raster, sondern unregelmäßig. Befestigungspunkte müssen neu kalkuliert werden — halber Tag Mehrarbeit.

Fehler 3: Kabelweg unterschätzt. Bei der Planung 8 m DC-Leitung, in der Realität 18 m durch zwei Geschossdecken mit Brandschutz-Durchbrüchen — Mehrkosten 400-600 €, oft nicht im Angebot.

Fehler 4: Zählerschrank-Tausch erst spät erkannt. Alter TN-C-S-Anschluss, kein Platz für Smart Meter — 2-4 Wochen Verzögerung, 1.500-2.500 € Extra-Kosten beim Kunden.

Fehler 5: Verschattung im Winter übersehen. Aufmaß im Juli mit Laub-Bäumen, im Winter ohne Laub anders. Anlage produziert 15 % weniger als prognostiziert — Kundengespräch ist garantiert.

Compliance-Stolperfallen: Nullsteuersatz, MaStR, Statik

Drei rechtliche/steuerliche Themen, die beim Aufmaß mit-bedacht werden müssen.

Nullsteuersatz vergessen. Für PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden gilt nach §12 Abs. 3 UStG der 0 %-Steuersatz. Wer das beim Angebot vergisst und nachträglich korrigieren muss, hat unangenehme Gespräche mit dem Kunden. Mehr dazu in §14 UStG Pflichtangaben und PV-Rechnung schreiben.

Anmeldung Marktstammdatenregister vergessen. Ist Pflicht innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme, nicht optional. Wird beim Angebot oft vergessen, weil "macht der Kunde". Faustregel: Im Angebot explizit erwähnen, wer die Anmeldung übernimmt.

Statik-Hinweis vergessen. Wenn du keinen Hinweis aufs Angebot setzt und das Dach später durchbricht, hast du ein Haftungsproblem. Der Statik-Disclaimer schützt dich rechtlich und kostet nichts.

Was du jetzt machen solltest

Eine Mini-Checkliste in der Reihenfolge, in der du sie abarbeiten solltest:

  • 8-Punkte-Liste ausdrucken oder als App-Vorlage einrichten — bei jedem Aufmaß strukturiert durchgehen.
  • Foto-Mindestens-Anzahl festlegen (8-12) und das Team darauf einnorden.
  • Schneelastzone deines Einzugsgebiets einmal recherchieren und auf der Vorlage hinterlegen.
  • Standard-Disclaimer für Statik, Marktstammdatenregister und Zählerschrank-Tausch als Textbaustein anlegen.
  • Genehmigungs-Check beim Erstaufmaß: Liegt das Gebäude in einem Schutzgebiet oder ist denkmalgeschützt? Wenn ja: Antrag VOR Materialbestellung.
  • Verschattungs-Faustregel im Team etablieren: Höhe × 2 als Mindest-Abstand bei 30° Dachneigung.
  • Werkzeug-Set zusammenstellen: Lasermessgerät, Neigungsmesser, Wasserwaage, Smartphone-App, Block. Lieber doppelt als nichts dabei.

Wie Werkheft hier hilft

Die Aufmaß-App kommt mit einer fertigen PV-Vorlage, die alle acht Punkte als Checkliste enthält. Du tippst die Werte direkt vor Ort ein, statt mit dem Zollstock zwischen Auto und Dach zu pendeln.

werkheft.de
Werkheft Rechnungsansicht — Daten aus dem Aufmaß landen direkt in der Endabrechnung
Screenshot: Aus dem strukturierten Aufmaß wird per Klick das Angebot und schließlich die Rechnung. Kein erneutes Abtippen, GoBD-konformer Verlauf, ZUGFeRD-Export inklusive.

Aus dem Aufmaß wird per Klick das Angebot — Module, Wechselrichter, Speicher aus Vorlagen, Nullsteuersatz wird bei PV-Anlagen ≤ 30 kWp auf Wohngebäuden automatisch erkannt. Mehr zur Angebotserstellung in Angebot PV-Anlage Vorlage und Tipps.

Details: Aufmaß-App für Handwerker

Häufig gestellte Fragen

Was gehört zu einem vollständigen PV-Aufmaß?

Acht Punkte: Dachgeometrie (Länge, Breite, Neigung, Ausrichtung), Dacheindeckung und Substruktur, Dachstatik, Verschattung, Hindernisse auf dem Dach, Kabelweg zum Wechselrichter, Hausanschluss und Zählerschrank, Foto-Dokumentation mit mindestens 8-12 Bildern.

Wie misst man die Dachneigung beim Aufmaß?

Per Smartphone-App (Wasserwaage), elektronischem Neigungsmesser oder klassischem Winkelmesser am Sparren. Bei zugänglichem Dachstuhl von innen messen — präziser als vom Boden mit Trigonometrie. Genauigkeit auf 1° genau reicht für die Auslegung.

Muss bei jedem PV-Aufmaß ein Statiker dabei sein?

Nein, aber eine Sichtkontrolle gehört dazu: Sparrenstärke, Abstände, Risse, Fäulnis. Bei alten Dächern (>25 Jahre), Anlagen über 10 kWp oder in Schneelast-Hochzonen sollte eine statische Prüfung durch einen Fachmann erfolgen. Im Angebot als Hinweis aufnehmen.

Welche Software hilft beim PV-Aufmaß?

Spezialisierte Aufmaß-Apps mit PV-Vorlage erfassen alle Punkte strukturiert, hängen Fotos GPS-getaggt an den Auftrag und funktionieren offline. Wichtig ist der Übergang vom Aufmaß zum Angebot — das sollte ohne erneutes Abtippen funktionieren.

Was kostet ein Zählerschrank-Tausch beim Solar-Anschluss?

Bei alten Zählerschränken (TN-C-S, kein Platz für Smart Meter, alte Sicherungen) zwischen 1.000 und 2.500 € extra. Lieferzeit 2-4 Wochen. Im Aufmaß früh erkennen und transparent ins Angebot — sonst gibt es am Montagetag Verzögerungen.

Wer meldet die PV-Anlage beim Marktstammdatenregister an?

Gesetzlich muss der Anlagenbetreiber (in der Regel der Eigentümer) die Anmeldung vornehmen — in der Praxis übernimmt das oft der Installationsbetrieb als Service. Wichtig: Im Angebot eindeutig festhalten, wer es macht, damit keine Frist verstreicht.

Wie lange dauert ein vollständiges PV-Aufmaß?

Bei einem typischen Einfamilienhaus mit Schrägdach: 30-45 Minuten vor Ort. Davon ~15 Minuten Dachgeometrie und Eindeckung, ~10 Minuten Hausanschluss/Zählerschrank, ~10 Minuten Foto-Dokumentation und Skizze. Bei Flachdächern oder größeren Anlagen 60-90 Minuten. Wer mit einer App arbeitet, ist meist 20 % schneller als mit Block + Excel-Übertragung.

Brauche ich für eine PV-Anlage einen Bauantrag?

Auf bestehenden Wohngebäuden in den meisten Bundesländern nein — PV gilt als verfahrensfreie Maßnahme. Ausnahmen: Denkmalschutz, Schutzgebiete, Anlagen über 20 m Bauhöhe oder mit ungewöhnlicher Optik. Bei jedem Aufmaß den Kunden fragen, ob das Gebäude in einem Schutzgebiet liegt oder denkmalgeschützt ist.

Wie weit muss ein Baum vom Dach entfernt sein, damit keine Verschattung entsteht?

Faustregel bei 30° Dachneigung: Mindest-Abstand = Höhe des Hindernisses × 2. Ein 8-Meter-Baum sollte also mindestens 16 Meter vom Modul entfernt sein. Bei flacheren Dächern erhöht sich der Faktor (15° → ×3), bei steileren (45°) reduziert er sich (×1,5). Bei unvermeidlicher Verschattung helfen Modul-Optimierer.

Was kostet ein nachträglicher Zählerschrank-Tausch?

1.000-2.500 € extra je nach Komplexität (TN-C-S-Umrüstung, Platz für Smart Meter, alte Sicherungen). Plus 2-4 Wochen Lieferzeit für die Komponenten. Beim Aufmaß früh erkennen und transparent ins Angebot setzen — sonst gibt es am Montagetag Verzögerungen und unangenehme Gespräche mit dem Kunden.

Kann ich auf einem Reetdach eine PV-Anlage installieren?

Praktisch fast nie. Brandschutz-Auflagen wegen leicht entzündlichem Material machen eine Standard-Installation unmöglich. Sondergutachten sind teuer und führen meist zur Ablehnung. Bei denkmalgeschützten Reet-Häusern gibt es Indach-Spezial-Lösungen mit Brandschutz-Folie, aber zu deutlich höheren Kosten.

Quellen

Hinweis: Diese Checkliste deckt typische Wohngebäude-Anlagen ab. Bei Gewerbedach, Flachdach mit Aufständerung oder Sonderformen (Denkmalschutz, Reet) gelten zusätzliche Anforderungen — frühzeitig mit der jeweiligen Fachstelle abklären.

Foto von Benjamin Krug

Über den Autor

Benjamin Krug

Benjamin Krug ist Gründer von Werkheft. Seit über 10 Jahren entwickelt er Software — heute speziell für Solar- und Baumpflege-Betriebe in Deutschland. Werkheft entstand aus der Beobachtung, dass kleine Handwerksbetriebe zwischen Excel-Tabellen und überdimensionierten ERP-Systemen keine passende Lösung finden. Sitz: Augsburg.

LinkedIn

Werkheft macht das im Hintergrund

Aufmaß, Angebote und Rechnungen für Solar- und Baumpflege-Betriebe. GoBD-konform, ZUGFeRD-ready, ab 20 €/Monat.