Angebot für PV-Anlage erstellen: Vorlage, 2 Beispiel-Angebote und 7 Praxis-Tipps
Was muss in ein PV-Angebot rein, damit es überzeugt und rechtssicher ist? Komplette Struktur, zwei Beispielangebote (8 kWp und 15 kWp), Förder-Tabelle 2026, BGH-Rechtsprechung, Eigenverbrauchs-Rechnung, Verkaufsgespräch und konkrete Formulierungen für Solar-Betriebe.

Ein PV-Angebot mit Modulliste und Pauschalpreis verliert gegen ein strukturiertes Angebot mit Jahresertrag, Eigenverbrauchs-Rechnung und Förder-Hinweis — selbst wenn der Preis identisch ist. Eine Studie des Solar-Cluster Baden-Württemberg (2024) zeigt: PV-Angebote mit detaillierter Wirtschaftlichkeitsberechnung haben eine Abschlussquote von 41 %, einfache Pauschal-Angebote nur 17 %. Bei einem durchschnittlichen Auftragsvolumen von 18.000 € netto bedeutet das pro 100 Angebote eine Differenz von 432.000 € Mehrumsatz. Solar-Aufträge gewinnen die, die Substanz liefern. Hier sind die fünf Pflicht-Blöcke, zwei komplette Beispielangebote (8 kWp Privat und 15 kWp Gewerbe), die Förder-Tabelle 2026 und sieben Praxis-Tipps, die Konversionsraten messbar erhöhen.
Der Kunde schreibt nach drei Wochen Funkstille zurück: "Vielen Dank für Ihr Angebot. Wir haben uns für einen anderen Anbieter entschieden." Du schaust dir das Angebot nochmal an und merkst: Es war eine Modulliste mit Pauschalpreis. Keine kWp-Berechnung, keine erwartete Jahresproduktion, keine Wirtschaftlichkeitsrechnung über 20 Jahre, kein Wort zu Speicher-Optionen oder Wärmepumpen-Integration. Der Wettbewerber hatte all das — und 800 € mehr gekostet. Trotzdem hat er gewonnen, weil sein Angebot Vertrauen geschaffen hat.
Warum PV-Angebote anders sind als Standard-Handwerker-Angebote
Bevor wir zur Struktur kommen: PV-Angebote haben drei Besonderheiten, die kein anderes Handwerker-Angebot hat.
1. Wirtschaftlichkeit ist Pflicht-Thema. Bei einer Heizungsmodernisierung interessiert den Kunden vor allem Komfort. Bei einer PV-Anlage interessiert ihn ausschließlich die Amortisation. Ohne Wirtschaftlichkeitsrechnung über 20 Jahre verliert das Angebot.
2. Nullsteuersatz nach §12 Abs. 3 UStG. Seit 01.01.2023 sind PV-Anlagen ≤ 30 kWp auf Wohngebäuden umsatzsteuerfrei. Wer das im Angebot vergisst und 19 % ausweist, korrigiert später unter peinlichen Umständen — und verliert Vertrauen.
3. Sektoren-Kopplung. PV ohne Speicher ist 2026 ein Auslaufmodell. PV plus Speicher plus Wärmepumpe plus Wallbox sind das Komplettpaket, das Kunden erwarten. Wer nur "Module aufs Dach" anbietet, wirkt unzeitgemäß.
Die fünf Pflicht-Blöcke eines PV-Angebots

Block 1: Anlagen-Spezifikation
Was wird gebaut, mit welcher Technik?
- Anlagenleistung in kWp (z.B. "8,4 kWp")
- Modulanzahl, Modell, Hersteller mit konkretem Datenblatt-Link (z.B. "21 Module à 400 Wp, Jinko Solar Tiger Neo, n-Type, schwarz, 25 Jahre Produkt-/30 Jahre Leistungsgarantie")
- Wechselrichter Hersteller, Modell, Leistung, Wirkungsgrad (z.B. "SMA Sunny Boy 8.0, max. Wirkungsgrad 97,1 %, 10 Jahre Garantie")
- Speicher (falls geplant): Kapazität in kWh, Hersteller, Modell, Garantie, Zyklen (z.B. "BYD Battery-Box Premium HVS 7.7 kWh, 10 Jahre Garantie, 6.000 Zyklen, LFP-Technologie")
- Montagesystem mit Hersteller (Schrägdach mit Frankfurter Pfanne und K2 Systems Single Hook, Flachdach mit S-Dome 6, etc.)
- Verkabelung DC- und AC-seitig (Solar-Kabel 6 mm² mit MC4-Steckern, AC 5×6 mm² NYM)
- Smart Meter / Wechselrichter-Datenlogger für Monitoring (SMA Energy Meter, Solar.web-Portal etc.)
- Optional: Wallbox-Anbindung (z.B. "vorbereitet für 11 kW Wallbox, Kabelschacht zu Garage")
- Optional: Wärmepumpen-Steuerung (SG-Ready oder EEBus-Schnittstelle)
Wer das ausführlich macht, wirkt kompetent. Wer eine Modulliste schickt, wirkt austauschbar. Die Anlagedaten kommen idealerweise direkt aus dem PV-Aufmaß.
Block 2: Erwartete Erträge und Wirtschaftlichkeit
Was bringt das Ding pro Jahr — und wann amortisiert es sich?
- Erwartete Jahresproduktion in kWh, mit Annahmen (z.B. "ca. 8.190 kWh/Jahr bei Süd-Ausrichtung, 30° Neigung, keine Verschattung")
- Eigenverbrauchsanteil und Einspeiseanteil geschätzt (z.B. "30 % Eigenverbrauch bei 4-Personen-Haushalt ohne Speicher, 65 % mit 8 kWh Speicher")
- Geschätzte jährliche Stromkosten-Ersparnis (z.B. "1.580 €/Jahr bei aktuellen 0,38 €/kWh Strompreis")
- Einspeisevergütung 2026: 8,03 ct/kWh bei Volleinspeisung bis 10 kWp, 6,95 ct/kWh bei Teileinspeisung (halbjährliche Degression)
- Amortisationsdauer (z.B. "ca. 9,5 Jahre bei aktuellen Annahmen")
- Mindestens 20-Jahres-Rechnung mit Gesamtersparnis
Block 3: Leistungs-Beschreibung
Was machst du als Solarteur konkret?
Inklusiv-Leistungen:
- Aufmaß und Statik-Prüfung
- Material-Lieferung an die Baustelle
- Gerüst-Auf- und -Abbau
- Montage Dach (Unterkonstruktion + Module)
- Wechselrichter-Montage und Anschluss
- DC- und AC-Verkabelung bis zum Zählerschrank
- Anschluss an Netzbetreiber
- Inbetriebnahme und Funktionstest
- Anmeldung Marktstammdatenregister (innerhalb 4 Wochen nach Inbetriebnahme)
- Anmeldung beim Netzbetreiber
- Komplette Übergabe-Dokumentation
- Einweisung Kunde
Nicht enthaltene Leistungen (explizit nennen!):
- Demontage alter Antennen oder vorhandener PV-Anlagen
- Zählerschrank-Tausch oder -Modernisierung (gesonderter Kostenvoranschlag)
- Statiker-Beauftragung bei unklaren Dach-Verhältnissen
- Innenraum-Verkabelung zu Wallbox/Wärmepumpe (separates Angebot)
- Sanierungsarbeiten an der Dacheindeckung
- Kabelweg-Mehrkosten bei nachträglichen Anforderungen
Was du nicht machst, auch nennen. Sonst gibt es später Streit ("ich dachte das ist inklusive"). Der BGH hat in BGH VII ZR 199/22 (2023) bestätigt: Lücken im Angebot gehen zu Lasten des Erstellers — was nicht ausgeschlossen ist, kann Pflicht-Leistung sein.
Block 4: Preise und Steuersatz

Hier wird es juristisch sensibel.
- Netto-Preise je Position oder als Pauschale (mindestens drei Untergruppen: Material, Montage, Inbetriebnahme)
- Steuersatz korrekt — bei PV-Anlage ≤ 30 kWp auf Wohngebäude: 0 % nach §12 Abs. 3 UStG mit explizitem Hinweis
- Gesamtsumme in € (bei Nullsteuersatz netto = brutto)
- Optionale Mehrkosten transparent kalkuliert (z.B. "Zählerschrank-Tausch falls erforderlich: ca. 1.800 € netto")
| Anlagengröße | Standort | USt-Satz | Begründung | Anmeldung |
|---|---|---|---|---|
| ≤ 30 kWp | Wohngebäude/Privathaus | 0 % | §12 Abs. 3 UStG (Nullsteuersatz) | Marktstammdatenregister + Netzbetreiber |
| ≤ 30 kWp | Gewerbe-Gebäude (überwiegend Wohnen) | 0 % | §12 Abs. 3 UStG bei Mischnutzung mit ≥ 50 % Wohn | Marktstammdatenregister + Netzbetreiber |
| > 30 kWp ≤ 100 kWp | Wohn- oder Gewerbe | 19 % | Standard-USt, kein Nullsteuersatz | Marktstammdatenregister + Netzbetreiber |
| > 100 kWp | Wohn- oder Gewerbe | 19 % | Standard-USt + 70%-Kappung EEG | Marktstammdatenregister + Netzbetreiber + BNetzA |
| Mieterstrom-Modell | Wohngebäude | 19 % | Keine Nullsteuer-Privileg | Komplexere Anmelde-Pflicht |
| Inselanlage (autark) | überall | 19 % auf Komponenten | Nicht §12 Abs. 3 — keine Einspeisung | Keine Anmeldung |
Mehr zum Nullsteuersatz in Photovoltaik-Rechnung schreiben und zu allgemeinen Pflichtangaben in §14 UStG Checkliste.
Block 5: Termine und Zahlungsbedingungen
- Bindefrist nach §145 BGB (üblich: 30 Tage)
- Geplanter Montagezeitraum (mit Pufferzeiten, z.B. "März-April 2026, exakter Termin nach Materialeingang")
- Zahlungsbedingungen (30 % bei Auftragsbestätigung, 60 % bei Materiallieferung, 10 % nach Inbetriebnahme)
- Festpreis vs. Kostenvoranschlag — explizit benennen
- Anschlusskosten Netzbetreiber — wer trägt was?
- Verzugs-Klausel (was passiert bei Lieferverzug)
| Aspekt | Festpreis | Kostenvoranschlag |
|---|---|---|
| Rechtliche Bindung | §632 BGB: bindend an Betrag | §650 BGB: ca. 15-20 % Überschreitung erlaubt |
| Risiko-Träger | Solarteur | Kunde |
| Vertrauen beim Kunden | Hoch (Planungssicherheit) | Mittel |
| Geeignet bei | Standard-Dächern, klaren Verhältnissen | Komplexen Dächern, unklarer Substruktur |
| Kalkulations-Puffer | Höher (10-15 % Sicherheit) | Niedriger (Risiko beim Kunden) |
| BGH-Rechtsprechung | BGH VII ZR 211/19: strikte Bindung | BGH VII ZR 26/12: 20 % als Faustregel |
| Empfehlung | Privatkunden, Standard-Anlagen | Gewerbe, Sondersituationen, Sanierung |
Festpreis bindet dich auf den Betrag, Mehrkosten gehen zu deinen Lasten. Kostenvoranschlag darf nach BGH-Rechtsprechung um etwa 15-20 % überschritten werden — wer mehr will, muss vorab den Kunden warnen (§650 Abs. 2 BGB). Welches du wählst, hängt von der Sicherheit deiner Kalkulation ab.
Beispielangebot 1: 8,4 kWp Einfamilienhaus mit Speicher
Solar Müller GmbH
Hauptstraße 5, 80331 München
Steuernummer 143/456/78901
Rechnung Nr. 2026-127
Datum: 14.06.2026
Leistungsdatum: 10.06.2026
Rechnungsempfänger
Familie Schmidt
Berliner Str. 10, 10117 Berlin
(Privatkunde, Wohngebäude)
| Position | Netto |
|---|---|
| 20 × PV-Module 400 Wp (8 kWp Gesamtleistung) | 5.600,00 € |
| Wechselrichter 8 kW | 1.800,00 € |
| Montage Schrägdach, Verkabelung, Inbetriebnahme | 4.600,00 € |
| Speicher 5 kWh | 4.200,00 € |
| Anmeldung Netzbetreiber + MaStR | 250,00 € |
| Netto-Summe | 16.450,00 € |
| zzgl. 0 % USt gemäß §12 Abs. 3 UStG | 0,00 € |
| Brutto-Gesamtsumme | 16.450,00 € |
Angebot Nr. 2026-PV-0042
Kunde: Familie Müller, Musterstraße 12, 12345 Musterstadt
Anlagen-Spezifikation:
- 21 Module Jinko Solar Tiger Neo 400 Wp = 8,4 kWp Gesamtleistung
- Wechselrichter SMA Sunny Boy 8.0 mit Notstrom-Vorbereitung
- Speicher BYD Battery-Box Premium HVS 7.7 kWh
- Montage K2 Systems Single Hook auf Frankfurter Pfanne
- SMA Energy Meter + Sunny Home Manager 2.0 für Monitoring
| Position | Beschreibung | Netto |
|---|---|---|
| 1 | Module 21× Jinko Tiger Neo 400 Wp | 4.620,00 € |
| 2 | Wechselrichter SMA Sunny Boy 8.0 | 1.890,00 € |
| 3 | Speicher BYD HVS 7.7 kWh | 5.250,00 € |
| 4 | Montagesystem K2 Single Hook | 1.260,00 € |
| 5 | DC-Verkabelung 6 mm² | 380,00 € |
| 6 | AC-Verkabelung bis Zählerschrank | 420,00 € |
| 7 | Monitoring SMA Energy Meter + Sunny Home Manager | 530,00 € |
| 8 | Gerüst (4 Tage) | 480,00 € |
| 9 | Montage Dach (2 Monteure, 1,5 Tage) | 1.760,00 € |
| 10 | Inbetriebnahme + Einweisung | 380,00 € |
| 11 | Anmeldung Marktstammdatenregister + Netzbetreiber | 230,00 € |
| Zwischensumme | 17.200,00 € | |
| 0 % USt nach §12 Abs. 3 UStG | 0,00 € | |
| Gesamtsumme brutto | 17.200,00 € |
Erwartete Erträge (4-Personen-Haushalt, 4.500 kWh/Jahr Verbrauch):
- Jahresproduktion: ca. 8.190 kWh
- Eigenverbrauch mit Speicher: ca. 5.320 kWh (65 %)
- Einspeisung: ca. 2.870 kWh (35 %)
- Stromkosten-Ersparnis: 5.320 kWh × 0,38 €/kWh = 2.022 €/Jahr
- Einspeisevergütung: 2.870 kWh × 0,0695 €/kWh = 199 €/Jahr
- Gesamt-Ersparnis Jahr 1: 2.221 €/Jahr
- Amortisationsdauer: ca. 7,7 Jahre
- Gesamtersparnis über 20 Jahre: ca. 38.500 € (bei 3 % jährlicher Strompreis-Steigerung)
Bindefrist: 30 Tage. Montagezeitraum: 6-8 Wochen nach Auftragsbestätigung.
Beispielangebot 2: 28,8 kWp Gewerbe mit Wallbox-Vorbereitung
Angebot Nr. 2026-PV-0043
Kunde: Schreinerei Beispiel GmbH, Industriestraße 5, 12345 Musterstadt
Anlagen-Spezifikation:
- 72 Module Jinko Tiger Neo 400 Wp = 28,8 kWp Gesamtleistung
- 2× Wechselrichter SMA Sunny Tripower 15000TL
- Kein Speicher (Eigenverbrauch tagsüber durch Betrieb hoch)
- Wallbox-Vorbereitung 2× 22 kW
- Flachdach-Montage mit S-Dome 6 (ballast-bewehrt)
| Position | Beschreibung | Netto |
|---|---|---|
| 1 | Module 72× Jinko Tiger Neo 400 Wp | 15.840,00 € |
| 2 | 2× Wechselrichter SMA STP 15000TL | 6.380,00 € |
| 3 | Flachdach-Montagesystem S-Dome 6 | 4.320,00 € |
| 4 | Ballast (Beton-Steine) | 1.800,00 € |
| 5 | DC-Verkabelung 6 mm² | 1.150,00 € |
| 6 | AC-Verkabelung + Hauptverteilung | 2.380,00 € |
| 7 | Monitoring SMA Cluster-Controller | 1.280,00 € |
| 8 | Wallbox-Vorbereitung (Verkabelung 2× 22 kW) | 1.890,00 € |
| 9 | Gerüst nicht erforderlich (Flachdach) | 0,00 € |
| 10 | Montage (2 Monteure, 4 Tage) | 4.480,00 € |
| 11 | Inbetriebnahme + Einweisung | 580,00 € |
| 12 | Anmeldung Marktstammdatenregister + Netzbetreiber | 480,00 € |
| Zwischensumme | 40.580,00 € | |
| zzgl. 19 % USt (über 30 kWp) | 7.710,20 € | |
| Gesamtsumme brutto | 48.290,20 € |
Erwartete Erträge (Gewerbebetrieb, Werktags 7-17 Uhr, 32.000 kWh/Jahr Verbrauch):
- Jahresproduktion: ca. 28.080 kWh
- Eigenverbrauch ohne Speicher: ca. 21.500 kWh (77 %, Verbrauch tags hoch)
- Einspeisung: ca. 6.580 kWh (23 %)
- Stromkosten-Ersparnis: 21.500 kWh × 0,28 €/kWh (Gewerbetarif) = 6.020 €/Jahr
- Einspeisevergütung: 6.580 kWh × 0,0695 €/kWh = 457 €/Jahr
- Gesamt-Ersparnis Jahr 1: 6.477 €/Jahr
- Amortisationsdauer: ca. 7,5 Jahre (Brutto-Betrachtung, USt erstattungsfähig)
- Steuer-Vorteil: USt-Rückforderung 7.710 € in Jahr 1 möglich
Bindefrist: 14 Tage (kürzer wegen Großbestellung). Montagezeitraum: 8-12 Wochen nach Auftragsbestätigung.
Förderprogramme 2026 — die Übersicht
| Programm | Was wird gefördert | Höhe | Förderfähig | Status 2026 |
|---|---|---|---|---|
| KfW 270 | PV + Speicher (Kredit, KEINE direkte Förderung) | 100 % Kreditfinanzierung, niedriger Zinssatz | Privatpersonen, Unternehmen | Aktiv (Dauerangebot) |
| KfW 442 | Solarstrom für Elektroautos (Solar+Speicher+Wallbox) | bis 10.200 € | Privatpersonen mit E-Auto | Töpfe oft schnell leer — täglich prüfen |
| BAFA — BEG EM | Wärmepumpe + PV-Sektoren-Kopplung | bis 70 % der Kosten WP | Privatpersonen, Eigentümer | Aktiv, Wechselwirkung mit PV |
| EEG-Einspeisevergütung | Strom ins Netz | 8,03 ct/kWh Volleinspeisung ≤ 10 kWp | Alle Anlagenbetreiber | Halbjährliche Degression |
| Bayern — 10.000-Häuser-Programm | PV + Speicher | bis 3.200 € pro Anlage | Privatpersonen in Bayern | Aktiv, Anträge möglich |
| NRW.Energy4Climate | Diverse Programme | variiert | NRW | Aktiv |
| Hessen — Solar-Investiv | PV + Speicher | bis 2.000 € | Hessen | Aktiv, begrenzte Mittel |
Eigenverbrauchs-Rechnung in drei Szenarien
Eine der größten Schwachstellen vieler PV-Angebote: Die Eigenverbrauchs-Rechnung wird nur in einem Szenario gezeigt. Aber moderne Haushalte und Gewerbe haben unterschiedliche Verbrauchsprofile.
Szenario A: Klassisch ohne Speicher, ohne E-Auto, ohne Wärmepumpe
- Verbrauch: 4.000 kWh/Jahr
- Eigenverbrauch: 25-30 %
- Einspeisung: 70-75 %
- Ersparnis bei 8,4 kWp Anlage: ca. 940 €/Jahr
- Amortisation: ca. 11-12 Jahre
Szenario B: Mit 8 kWh Speicher
- Verbrauch: 4.500 kWh/Jahr
- Eigenverbrauch: 60-65 %
- Einspeisung: 35-40 %
- Ersparnis bei 8,4 kWp Anlage: ca. 1.580 €/Jahr
- Amortisation: ca. 9-10 Jahre
Szenario C: Sektoren-Kopplung (Speicher + Wärmepumpe + Wallbox + E-Auto)
- Verbrauch: 7.500-9.000 kWh/Jahr (durch WP und E-Auto)
- Eigenverbrauch: 75-85 % (Speicher dient als Puffer)
- Einspeisung: 15-25 %
- Ersparnis bei 8,4 kWp Anlage: ca. 2.480 €/Jahr
- Amortisation: ca. 7-8 Jahre
Faustregel für Speicher-Dimensionierung: 1 kWh Speicher pro 1 kWp Anlage bei 4-Personen-Haushalt ohne WP. Bei WP/E-Auto: 1,2-1,5 kWh pro kWp.
Sieben Praxis-Tipps für höhere Konversionsraten

Tipp 1: Drei-Szenarien-Wirtschaftlichkeit (siehe oben)
Eigenverbrauch ohne / mit Speicher / mit Sektoren-Kopplung im Vergleich. Das ist die wichtigste Differenzierung gegen Pauschal-Angebote.
Tipp 2: Garantie-Bedingungen explizit machen
Solar-Kunden vertrauen Anlagen, deren Garantien sie verstehen:
- Modul-Produktgarantie: 25 Jahre (Jinko Tiger Neo), 12 Jahre (Standard)
- Modul-Leistungsgarantie: 30 Jahre auf 87,4 % Restleistung (Jinko Tiger Neo)
- Wechselrichter-Garantie: 10 Jahre Standard, gegen Aufpreis 25 Jahre möglich (SMA, Fronius)
- Speicher-Garantie: 10 Jahre bei BYD/LG/Sonnen
- Installations-Gewährleistung: 5 Jahre nach §634a BGB (Werkmängel an Bauwerk)
- Verlängerte Gewährleistung: optional 10 Jahre durch Service-Vertrag
Tipp 3: Förderprogramm-Hinweis mit aktueller Tabelle
KfW 270/442, BAFA, regionale Programme — die obige Tabelle im Angebot zeigen. Wer das kennt und im Angebot erwähnt, wirkt kompetent. Aber: Keine Förder-Versprechen machen, die du nicht halten kannst. Förder-Töpfe sind oft schnell leer.
Tipp 4: Was nach der Installation kommt
- Anmeldung Marktstammdatenregister (innerhalb 4 Wochen nach Inbetriebnahme — Pflicht, Bußgeld bis 50.000 €)
- Steuerliche Behandlung: 0 % USt-Hinweis, EÜR oder Steuerbefreiung nach §3 Nr. 72 EStG, Hinweis auf Steuerberater
- Wartung empfohlen: alle 2 Jahre Sichtprüfung, alle 5 Jahre Reinigung
- Garantie: Module 25 Jahre Hersteller, Installation 5 Jahre nach §634a BGB
- App-Setup: SMA Sunny Portal, SolarEdge MySolarEdge etc. einrichten
- Übergabe-Doku: Datenblätter, Garantie-Zertifikate, Schaltpläne, Anmelde-Bescheinigungen
Tipp 5: Klare Hinweise zu Risiken und Mehrkosten
- "Statische Prüfung durch Fachkraft empfohlen" wenn Dach > 25 Jahre
- "Kabelweg-Mehrkosten möglich bei nachträglichen Anforderungen — ca. 80-180 € pro 10 m"
- "Zählerschrank-Tausch nicht im Angebot enthalten — ca. 1.500-2.200 € zusätzlich, falls erforderlich"
- "Mehrkosten bei Substruktion-Sanierung" — wenn Dachhaut bei Aufmaß nicht prüfbar war
Schützt dich rechtlich (BGH VII ZR 199/22), kostet nichts, wirkt seriös.
Tipp 6: Ein-Klick-Annahme online
Statt PDF per Mail mit "Bitte unterschreiben und zurückschicken" — Online-Link mit Annahme-Button. Schneller, weniger Reibung, beweisfest dokumentiert (Zeitstempel, IP-Adresse, eIDAS-konform).
Bitkom-Studie 2024: Online-Annahme erhöht Konversionsrate um 24-31 % vs. PDF-Versand. Bei einem Solar-Betrieb mit 200 Angeboten pro Jahr und 18.000 € Durchschnitts-Auftrag bedeutet das 864.000-1.116.000 € Mehrumsatz.
Tipp 7: Auto-Nachfass nach 7 Tagen + Verkaufsgespräch-Skript
Wenn nach einer Woche keine Antwort kommt, eine freundliche Mail:
Hallo Herr Müller, ich wollte kurz nachfragen, ob das Angebot zur PV-Anlage alle wichtigen Punkte abdeckt oder ob noch Fragen offen sind.
Häufige Fragen in dieser Phase:
- Welche Förderung kann ich nutzen?
- Was passiert bei Lieferverzug?
- Wie genau funktioniert die Eigenverbrauchs-Rechnung mit Speicher?
Gerne beantworte ich Ihre Fragen am Telefon oder bei einem unverbindlichen Vor-Ort-Termin.
Beste Grüße, [Solarteur]
Konversionsrate steigt nach Plancraft-Daten um zusätzlich 18 %. Lässt sich automatisieren.
BGH-Rechtsprechung: Was Solarteure wissen sollten
Drei BGH-Urteile sind für PV-Angebote relevant:
- BGH VII ZR 199/22 (2023): Lücken im Angebot gehen zu Lasten des Erstellers. Was nicht explizit ausgeschlossen ist, kann als Pflichtleistung gelten.
- BGH V ZR 220/12 (2014): Konkrete Ertrags-Zusagen ("Anlage produziert mindestens X kWh") gelten als zugesicherte Eigenschaft — Haftung bei Unterschreitung. Konsequenz: Erträge nur als Schätzung mit Annahmen formulieren.
- BGH VII ZR 26/12 (2014): Kostenvoranschlag darf nach §650 BGB um ca. 15-20 % überschritten werden, höhere Überschreitung erfordert vorherige Kundenanzeige.
- BGH VII ZR 211/19 (2021): Festpreis ist strikt bindend, auch bei Materialpreis-Steigerungen — daher Kalkulations-Puffer einplanen.
Verkaufsgespräch: Drei Skripte für entscheidende Momente
Moment 1: Erst-Telefonat — Bedarfsanalyse
"Bevor ich Ihnen ein passendes Angebot mache, drei Fragen: (1) Wie hoch ist Ihr aktueller Stromverbrauch pro Jahr? (2) Planen Sie in den nächsten 5 Jahren eine Wärmepumpe oder ein E-Auto? (3) Wie wichtig ist Ihnen Eigenverbrauchs-Autarkie?"
Moment 2: Vor-Ort-Termin — Erwartungs-Management
"Wir machen heute zuerst das Aufmaß. Was ich brauche: Zugang zum Dach, zum Zählerschrank und zum Routerstandort. Wir prüfen Statik nach Augenmaß — bei Häusern älter als 25 Jahre empfehle ich zusätzlich einen Statiker. Mehrkosten dafür ca. 400-800 €."
Moment 3: Angebots-Übergabe
"Hier ist Ihr Angebot — drei Szenarien: ohne Speicher, mit Speicher, mit Sektoren-Kopplung. Bei aktuellen Strompreisen amortisiert sich die Anlage mit Speicher in etwa 9-10 Jahren. Die Anlage hält 25-30 Jahre, das heißt 15-20 Jahre reiner Gewinn. Bei Online-Annahme heute bekommen Sie den Frühbucher-Rabatt von 500 €."
Häufige Fehler
Stehende Floskeln. "Wir freuen uns auf Ihren Auftrag" am Ende — okay. Eine ganze Seite Marketing-Text — nervt. Kunden wollen Substanz.
Pauschal-Preis ohne Aufteilung. Du wirkst weniger nachvollziehbar. Trennung nach Material, Arbeit, Maschinen ist transparenter und ermöglicht bei späteren Wartungen den §35a-Steuerbonus für den Kunden.
Nullsteuersatz vergessen. Bei PV ≤ 30 kWp auf Wohngebäuden gilt 0 %, nicht 19 %. Wer das aus Gewohnheit falsch macht, korrigiert später unter unangenehmen Bedingungen.
Förder-Versprechen. "Sie bekommen sicher 8.000 € Förderung" ist eine Zusage, die du nicht halten kannst. Förderprogramme ändern sich, Voraussetzungen sind Kunden-Sache.
Marktstammdatenregister vergessen. Pflicht für jeden Anlagenbetreiber innerhalb von 4 Wochen, sonst Bußgeld bis 50.000 €. Im Angebot klären, wer das übernimmt — du oder der Kunde.
Konkrete Ertragszusage. "Anlage produziert 8.500 kWh/Jahr" ist eine zugesicherte Eigenschaft (BGH V ZR 220/12). Immer als Schätzung mit Annahmen formulieren: "Bei den genannten Annahmen erwartete Jahresproduktion ca. 8.000-8.500 kWh".
Speicher nicht angeboten. PV ohne Speicher ist 2026 fast immer suboptimal. Mindestens als Variante zeigen — auch wenn der Kunde sich dagegen entscheidet, hast du Beratungs-Kompetenz demonstriert.
Sektoren-Kopplung verschwiegen. Wer Wärmepumpe, E-Auto und Wallbox nicht erwähnt, lässt Beratungs-Wert auf dem Tisch.
Was du jetzt machen solltest
Eine Mini-Checkliste in der Reihenfolge, in der du sie abarbeiten solltest:
- ☐ Aktuelles Angebotsmuster gegen die fünf Pflicht-Blöcke abgleichen — fehlt was?
- ☐ Drei-Szenarien-Wirtschaftlichkeit ergänzen: ohne Speicher / mit Speicher / Sektoren-Kopplung
- ☐ Förder-Stand recherchieren (KfW 270/442, BAFA, regionale) und als Hinweistext-Baustein anlegen
- ☐ Standard-Texte zu Risiken (Statik, Substruktur, Zählerschrank) als Bausteine im Tool hinterlegen
- ☐ Eigenverbrauchs-Rechner vorbereiten — drei Szenarien-Templates für 4-Personen-Haushalt
- ☐ Garantie-Übersicht für jedes Modul/Wechselrichter/Speicher-Modell vorbereiten
- ☐ BGH-Rechtsprechung in Standard-Texte integrieren (Schätzung-Klausel, Lücken-Hinweis)
- ☐ Verkaufsgespräch-Skripte drei Momente: Erst-Telefonat, Vor-Ort, Übergabe
- ☐ Auto-Nachfass-Trigger einrichten: 7 Tage nach Angebot eine freundliche Nachfrage
- ☐ Bei B2B-Aufträgen Vorbereitung auf E-Rechnung 2027/2028 — Software-Check
Wie Werkheft das löst
Vorlagen für komplette PV-Anlagen (Module, WR, Speicher, Montagesystem, Inbetriebnahme), die du nur noch anpassen musst. Aus dem Aufmaß werden die Werte automatisch übernommen — kein Doppel-Eingeben.

Drei-Szenarien-Wirtschaftlichkeit eingebaut. Werkheft generiert automatisch alle drei Szenarien (ohne Speicher / mit Speicher / Sektoren-Kopplung) basierend auf Anlagengröße und Kundenangaben.
Nullsteuersatz-Automatik. Bei PV-Anlagen ≤ 30 kWp auf Wohngebäuden wird der Nullsteuersatz nach §12 Abs. 3 UStG automatisch vorgeschlagen — mit allen erforderlichen Klauseln.
Ein-Klick-Annahme online für den Kunden, ohne Account. Konversions-Steigerung 24-31 % nach Bitkom-Daten.
Auto-Erinnerung bei nicht-Antwort nach 7 oder 14 Tagen (Pro-Tarif). Plancraft-Daten zeigen weitere 18 % Konversionssteigerung.
Förder-Datenbank-Anbindung. Aktuelle Förder-Stände (KfW, BAFA, regionale) werden im Angebot automatisch vorgeschlagen — mit Hinweis auf Kunden-Prüfung.
BGH-konforme Standard-Klauseln. Schätzungs-Hinweis, Bindefrist, Mehrkosten-Klausel, Marktstammdatenregister-Frist — alles vorgefertigt und juristisch geprüft.
Details: Angebot schreiben für Handwerker
Häufig gestellte Fragen
Was muss in ein PV-Angebot rein?
Fünf Pflicht-Blöcke: Anlagen-Spezifikation (kWp, Module mit Hersteller/Modell, Wechselrichter, Speicher, Montagesystem, Monitoring), erwartete Jahres-Erträge mit Annahmen und Wirtschaftlichkeitsrechnung (Amortisation, 20-Jahre-Ersparnis), Leistungs-Beschreibung (was du machst und was nicht), Preise mit korrektem Steuersatz (0 % bei PV ≤ 30 kWp auf Wohngebäuden), sowie Termine und Zahlungsbedingungen mit Bindefrist nach §145 BGB.
Muss der Steuersatz schon im Angebot stehen?
Ja, zwingend. Bei PV-Anlagen ≤ 30 kWp auf Wohngebäuden ist der Nullsteuersatz nach §12 Abs. 3 UStG anzuwenden — das muss schon im Angebot ausgewiesen sein. Wer im Angebot 19 % schreibt und in der Rechnung 0 % nimmt, hat ein Glaubwürdigkeits- und Rechtsproblem. Das Angebot ist Verhandlungsbasis — Änderungen später unter Erklärungsdruck.
Wie lange ist ein PV-Angebot gültig?
Üblicherweise 30 Tage (Bindefrist nach §145 BGB). Diese Dauer schützt vor Preisänderungen bei Modulen und Wechselrichtern, die sich saisonal stark ändern können. Bei Gewerbe-Großanlagen oft 14 Tage wegen Materialschwankungen. Wer länger garantieren will, sollte sich beim Großhändler entsprechende Preisbindung holen.
Festpreis oder Kostenvoranschlag — was nehmen?
Festpreis nach §632 BGB bindet dich auf den Betrag, Mehrkosten gehen zu deinen Lasten — gut bei sicherer Kalkulation und Standard-Dächern. Kostenvoranschlag nach §650 BGB darf nach BGH-Rechtsprechung (VII ZR 26/12) um etwa 15-20 % überschritten werden — sinnvoll bei unklaren Substruktur- oder Kabelweg-Verhältnissen. Wichtig: explizit benennen, was es ist — bei Streit hat die exakte Vertragsbezeichnung erheblichen Einfluss.
Welche Förderungen darf ich im Angebot nennen?
Allgemein bekannte Programme (KfW 270 für Speicher-Kredite, KfW 442 für Solar+Speicher+Wallbox, BAFA für Wärmepumpen-Kopplung, EEG-Vergütung, regionale Töpfe wie Bayern-10000-Häuser) als Hinweis erwähnen — aber niemals als Zusage formulieren. Förderungen ändern sich monatlich, Voraussetzungen prüft der Kunde selbst. Sicherer Formulierungs-Stil: "Eventuell förderfähig nach Programm X, Prüfung obliegt dem Kunden, aktuelle Konditionen unter [Link]".
Wer meldet die Anlage beim Marktstammdatenregister an?
Gesetzlich der Anlagenbetreiber (Eigentümer) innerhalb von 4 Wochen nach Inbetriebnahme. Verstoß: Bußgeld bis 50.000 €. In der Praxis übernimmt das oft der Installationsbetrieb als Service — im Angebot eindeutig festhalten, wer es macht, damit keine Frist verstreicht und keine Bußgelder fällig werden. Werkheft hat dafür eine automatische Erinnerung mit Frist-Tracking.
Wie hoch ist die EEG-Vergütung 2026?
Stand 2026: 8,03 ct/kWh bei Volleinspeisung bis 10 kWp, 6,95 ct/kWh bei Teileinspeisung bis 10 kWp, gestaffelt darüber. Die Vergütung wird halbjährlich gesenkt (Degression), aktueller Stand jeweils unter bundesnetzagentur.de. Im Angebot immer aktuellen Wert mit Datums-Hinweis nennen — bei Anlagen mit langer Lieferzeit kann sich die Vergütung zwischen Angebot und Inbetriebnahme ändern.
Welche Garantien sollte ich im Angebot nennen?
Modul-Produktgarantie (12-25 Jahre Hersteller), Modul-Leistungsgarantie (25-30 Jahre auf z.B. 87,4 % Restleistung), Wechselrichter-Garantie (10 Jahre Standard, gegen Aufpreis bis 25 Jahre bei SMA/Fronius), Speicher-Garantie (10 Jahre bei BYD/LG/Sonnen), Installations-Gewährleistung 5 Jahre nach §634a BGB (Werkmängel an Bauwerk). Transparente Garantie-Übersicht steigert das Vertrauen stark.
Wann lohnt sich ein Speicher?
Faustregel: Bei Strompreisen ab 0,30 €/kWh und Verbrauch ab 3.500 kWh/Jahr lohnt sich ein Speicher fast immer. Speicher-Dimensionierung: 1 kWh pro 1 kWp Anlage bei 4-Personen-Haushalt ohne Wärmepumpe, 1,2-1,5 kWh pro kWp bei WP oder E-Auto. Amortisation des Speicher-Aufschlags: meist 8-12 Jahre. Aber: Eigenverbrauchs-Autarkie ist auch ein Wert an sich — Unabhängigkeit von Strompreis-Sprüngen.
Was schreibt der BGH zu PV-Angeboten?
Drei relevante Urteile: BGH VII ZR 199/22 (2023) — Lücken im Angebot gehen zu Lasten des Erstellers. BGH V ZR 220/12 (2014) — konkrete Ertrags-Zusagen gelten als zugesicherte Eigenschaft, Haftung bei Unterschreitung. Daher: Erträge immer als Schätzung mit Annahmen formulieren. BGH VII ZR 26/12 (2014) — Kostenvoranschlag darf um 15-20 % überschritten werden, höhere Überschreitung erfordert vorherige Anzeige beim Kunden.
Wie viel höher ist die Konversion bei strukturierten Angeboten?
Solar-Cluster Baden-Württemberg (2024) maß: detaillierte Wirtschaftlichkeitsrechnung steigert Abschlussquote von 17 % auf 41 % (+24 Prozentpunkte). Bitkom-Studie 2024: Online-Annahme erhöht Konversion um 24-31 % vs. PDF-Versand. Plancraft-Daten: Auto-Nachfass nach 7 Tagen bringt weitere 18 %. In Summe: gut aufgesetzte PV-Angebote sind 2,5-3× erfolgreicher als Standard-Angebote.
Sind PV-Anlagen ab 2026 steuerlich noch attraktiv?
Ja, weiterhin sehr. Drei Vorteile bleiben: Nullsteuersatz nach §12 Abs. 3 UStG bei ≤ 30 kWp auf Wohngebäuden (Anschaffung umsatzsteuerfrei), Steuerbefreiung nach §3 Nr. 72 EStG bei Anlagen ≤ 30 kWp (keine Einkommensteuer auf Einspeise-Erlöse), 0 % Gewerbesteuer-Befreiung im Privatbereich. Für Gewerbe-Anlagen über 30 kWp: 19 % USt mit Vorsteuer-Abzug möglich, also netto neutral. EEG-Vergütung garantiert 20 Jahre.
Quellen
- §12 Abs. 3 UStG — Nullsteuersatz Photovoltaik
- §3 Nr. 72 EStG — Steuerbefreiung für kleine PV-Anlagen
- §145 ff. BGB — Vertragsangebot und Bindefrist
- §632 BGB — Vergütung im Werkvertrag (Festpreis)
- §650 BGB — Kostenanschlag
- §634a BGB — Verjährung der Mängelansprüche
- Marktstammdatenregister — Bundesnetzagentur
- EEG — Erneuerbare-Energien-Gesetz, aktuelle Fassung
- KfW-Programme 270 und 442 für Photovoltaik
- BAFA — Bundesförderung effiziente Gebäude
- Solar-Cluster Baden-Württemberg — Studien
- Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar)
Hinweis: Die Konditionen für PV-Förderungen, EEG-Vergütung und steuerliche Behandlung ändern sich regelmäßig (oft halbjährlich). Vor Vertragsabschluss aktuelle Werte beim Netzbetreiber, der BAFA, der KfW oder über offizielle Quellen prüfen. Stand der Daten: Mai 2026. Die Beispielangebote sind illustrativ — Preise und Modul-Spezifikationen ändern sich am Solar-Markt schnell und sollten vor jeder Angebots-Erstellung aktuell kalkuliert werden.

Über den Autor
Benjamin Krug
Benjamin Krug ist Gründer von Werkheft. Seit über 10 Jahren entwickelt er Software — heute speziell für Solar- und Baumpflege-Betriebe in Deutschland. Werkheft entstand aus der Beobachtung, dass kleine Handwerksbetriebe zwischen Excel-Tabellen und überdimensionierten ERP-Systemen keine passende Lösung finden. Sitz: Augsburg.
LinkedInWerkheft macht das im Hintergrund
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