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Praxis & Auswahl16. August 20268 Min LesezeitZuletzt aktualisiert: 16. August 2026

Excel-Alternative für Handwerker: Wann lohnt sich der Wechsel?

Wann reicht Excel im Handwerk, wann nicht? Fünf typische Probleme, GoBD-Risiko, Migrations-Tipps und Praxis-Hinweise für den Umstieg ohne Datenverlust.

Excel-Tabelle auf einem Laptop — das heimliche Standard-Tool des Handwerks
Foto: RDNE Stock project / Pexels

Ein 3-Mann-Betrieb mit Excel verliert rund 5 Stunden pro Woche an Verwaltungsarbeit — auf das Jahr 9.100 € interne Arbeitszeit für einen vermeintlich "kostenlosen" Status quo. Hinzu kommt: Excel ist seit dem Bürokratieentlastungsgesetz IV 2025 nicht mehr GoBD-konform, und ab dem 01.01.2028 sowieso keine Option mehr, weil B2B-Rechnungen strukturiert (ZUGFeRD/XRechnung) versendet werden müssen. Wer heute noch mit Tabellen arbeitet, sollte den Wechselzeitpunkt selbst bestimmen — nicht den Prüfer und nicht den Geschäftskunden, der die Rechnung ablehnt.

Du kennst die Mappe. "Stunden 2026.xlsx", drei Sheets, fünf Tab-Reiter, gewachsen aus "Stunden 2024.xlsx". Jede Woche eine andere Person darin. Niemand weiß genau, welche Version aktuell ist.

Hier ist die ehrliche Frage: Wann reicht Excel, wann nicht?

Wann Excel okay ist

Drei Bedingungen, die alle erfüllt sein sollten:

  1. Du arbeitest allein. Kein Mitarbeiter, der zeitgleich Daten ändert.
  2. Sehr wenig Rechnungen. Weniger als 5 pro Monat, niemand kontrolliert die Nummerierung systematisch.
  3. Keine Mobile-Anforderung. Du machst alles vom Büro aus.

Bei einem Solobetrieb mit 3 Rechnungen pro Monat und reiner Wartungsarbeit kann Excel jahrelang funktionieren. Wer das Setup beherrscht und sorgfältig ist, kommt damit durch.

Excel vs. Software — der direkte Vergleich

FunktionExcelBranchen-Software
Mehrbenutzer parallelNeinJa
Mobile App (Baustelle)NeinJa
Offline-FähigkeitBedingtJa
GoBD-konforme SpeicherungNeinJa
Audit-Log automatischNeinJa
ZUGFeRD/XRechnung ExportNeinJa
Automatische RechnungsnummernNeinJa
Foto-Doku am AuftragNeinJa
DATEV-SchnittstelleBedingtJa
Datensicherung/BackupManuellAutomatisch
Volltextsuche über alle DatenBedingtJa
11 Kernfunktionen — Excel erfüllt zwei davon (Volltextsuche und Backup bedingt). Software erfüllt alle elf.

Wann Excel nicht mehr okay ist

Team am Computer — Mehrbenutzer-Konflikt
Sobald zwei Personen gleichzeitig in Excel arbeiten, geht etwas schief. · Foto: Kampus Production / Pexels

Fünf typische Schwellen, ab denen Excel zur Bremse wird.

1. Du hast mehr als einen Mitarbeiter

Sobald zwei Personen gleichzeitig in einer Excel-Datei arbeiten, geht etwas schief. Entweder ihr arbeitet sequenziell (also Wartezeiten), oder ihr habt verschiedene Versionen mit konkurrierenden Änderungen. SharePoint hilft mit Co-Editing, aber bringt eigene Probleme (lange Sync-Zeiten, Konflikte bei gleicher Zelle).

Konkretes Symptom: Am Freitag fragt jemand "wer hat die aktuelle Stunden-Datei?" und drei Versionen sind im Umlauf.

2. Du musst mobile arbeiten

Excel auf dem Handy ist Krampf. Spalten zu schmal, Buttons zu klein, keine Touch-Optimierung, kein Offline-Sync. Wer auf der Baustelle erfassen will und nicht nur abends im Büro, hat mit Excel verloren.

Konkretes Symptom: Stundenzettel werden auf Papier mitgenommen, nachträglich ins Excel getippt. Mehr dazu in Stundenzettel digital vs. Papier und Mobile App auf der Baustelle.

3. GoBD wird zum Thema

Konkretes Symptom: Steuerberater fragt nach Audit-Log oder Versionshistorie deiner Rechnungs-Tabelle. Antwort: "Hab ich nicht." Mehr in GoBD für Handwerker.

4. E-Rechnung wird Pflicht

Ab 2027 (bei Umsatz > 800.000 €) oder 2028 (alle) musst du E-Rechnungen im ZUGFeRD- oder XRechnung-Format an B2B-Geschäftskunden versenden. Excel kann das nicht. Du brauchst ohnehin eine Software — die Frage ist nur, wann du den Wechsel machst.

Konkretes Symptom: Geschäftskunde fragt nach ZUGFeRD-Rechnung, du musst PDF schicken und der Kunde verbucht es erst mit Verzögerung. Mehr in E-Rechnung Pflicht 2027/2028 und ZUGFeRD vs. XRechnung.

5. Du machst mehr als 15-20 Rechnungen pro Monat

Manuelle Nummernverwaltung, manuelles Übertragen zwischen Tabs, manuelle Pflicht-Angaben-Prüfung — das skaliert nicht. Bei 20 Rechnungen pro Monat sind statistisch 1-2 Tippfehler oder Doppelnummern pro Quartal normal.

Konkretes Symptom: Du musst Rechnungen stornieren und korrigieren, weil Pflichtangaben fehlen oder Nummern doppelt sind. Mehr in Rechnungsnummer lückenlos vergeben und §14 UStG Pflichtangaben.

Cloud-Excel: SharePoint, OneDrive, Google Sheets — reicht das?

Eine Frage, die oft kommt: "Wir nutzen Excel in Microsoft 365 / Google Workspace mit Co-Editing. Damit ist das Mehrbenutzer-Problem doch gelöst — reicht das nicht?"

Kurze Antwort: Nein, weil das nur eine der fünf Schwellen löst.

  • Co-Editing funktioniert — mehrere Personen können gleichzeitig in einer Datei arbeiten ✓
  • Mobile ist immer noch Krampf — auch in der Cloud-Version bleibt Excel keine Touch-App ✗
  • GoBD-Konformität fehlt weiterhin — Versionsverlauf existiert, aber kein verbindliches Audit-Log mit Schreibsperre nach GoBD ✗
  • ZUGFeRD/XRechnung-Export geht nicht ✗
  • Automatische Pflichtangaben-Prüfung und Rechnungsnummern-Vergabe sind weiter manuell und fehleranfällig ✗

Praktische Konsequenz: Cloud-Excel löst genau ein Problem (Mehrbenutzer), schafft aber keine echte Migration-Brücke. Wer eh wechselt, sollte direkt auf eine Branchen-Lösung gehen — siehe Handwerkersoftware Kosten 2026.

Echte Kosten: Excel "kostenlos" ist ein Mythos

Excel kommt ohne Lizenz-Kosten daher — die echte Rechnung sieht aber anders aus. Realistisches Beispiel für einen 3-Mann-Betrieb über 3 Jahre:

KostenpostenExcel-Status quoBranchen-Software (Werkheft Basic)
Lizenz (3 Jahre)0 €20 € × 36 = 720 €
Verwaltungszeit (5 h/Woche × 35 €/h × 156 W.)27.300 €ca. 8.190 € (1,5 h/Woche)
Fehlerkosten (vergessene Stunden, falsche Rechnungen, Doppelvergaben)3.600 € (100 €/Monat)1.080 € (30 €/Monat)
Schulung neue Mitarbeiterminimalca. 100 € (1-2 h × Stundensatz)
GoBD-Risiko bei Prüfung (geschätzte Hinzuschätzung)ca. 10.000 € Risiko (10 % Wahrscheinlichkeit)0 €
Summe Gesamtkosten 3 Jahreca. 30.900 € + 10.000 € Risikoca. 10.090 €
Bei 3-Mann-Betrieb über 3 Jahre: Excel kostet rund 30.900 € + Risikoauflage, Branchen-Software 10.090 €. Faktor 3-4× Unterschied.

Quintessenz: "Excel ist kostenlos" stimmt nur für den Lizenz-Posten. Die echten Kosten — Arbeitszeit, Fehler, Risiken — sind ein Vielfaches der Software-Investition.

Was beim Wechsel zu beachten ist

Daten-Migration auf einem Computer
Daten-Migration in drei Schritten: CSV-Export aus Excel, Import in die Software, Parallel-Betrieb. · Foto: Aleksander Dumała / Pexels

Datenmitnahme

Kundendaten lassen sich meist per CSV-Import übernehmen. Excel-Tabelle als CSV speichern, in die neue Software importieren. In Werkheft geht das per Klick.

Stammdaten Material/Leistungen ebenfalls per CSV.

Alte Rechnungen bleiben üblicherweise im alten System. Die 10-Jahres-Aufbewahrung gilt unabhängig davon, ob du das System wechselst — also Excel-Dateien nicht löschen, weiter aufbewahren. Die neue Software setzt erst ab Wechsel-Stichtag ein.

Rechnungsnummer beim Wechsel

Du wechselst mitten im Jahr von Excel zur Software. Die letzte Nummer in Excel ist 2026-085. In der Software gibst du als Startnummer 86 ein — sie macht ab da weiter. Keine Lücken, keine Doppelvergaben.

Was im alten System bleibt

  • Alte Rechnungen (10 Jahre Aufbewahrungspflicht)
  • Alte Buchungen
  • Historische Auswertungen, wenn sinnvoll

Was du nicht mehr brauchst:

  • Aktive Stammdaten (sind in der neuen Software)
  • Aktuelle Vorlagen (neue Vorlagen in der Software erstellen)

Zeitlicher Übergang: 60-Tage-Plan

Empfehlung: 1-2 Monate Parallel-Betrieb. Konkreter Schritt-für-Schritt-Plan:

  • Tag 1-3: Anbieter-Shortlist erstellen, Test-Accounts anlegen, eigene Daten in CSV exportieren (Kundenliste, Material, ggf. Mitarbeiter).
  • Tag 4-7: CSV-Import in die Test-Software, Vollständigkeit prüfen — Umlaute, Datumsformate, USt-IDs korrekt?
  • Tag 8-14: Erste Test-Rechnungen schreiben, mit Steuerberater abstimmen (Übergangs-Dokumentation, Datev-Format).
  • Tag 15: Entscheidung treffen. Vertrag mit Anbieter monatlich kündbar wählen.
  • Tag 16-30: Parallel-Betrieb starten — neue Rechnungen in Software, alte in Excel abschließen.
  • Tag 31: Vollständiger Switch — keine neuen Rechnungen mehr in Excel.
  • Tag 60: Excel-Dateien archivieren (10-Jahres-Aufbewahrung), Rückspielen nur für Steuerberater-Anfragen.

Wer alles am Stichtag umstellen will, hat im ersten Monat Stress — Pluspunkte für sanften Übergang.

Migrations-Pitfalls: Was schiefgehen kann

Aus der Praxis — drei häufige Probleme bei der CSV-Migration:

Pitfall 1: Encoding (Umlaute kaputt). Excel speichert standardmäßig als Windows-Encoding (CP1252), viele Software-Importer erwarten UTF-8. Symptom: aus "Müller" wird "M�ller". Lösung: Beim Excel-Export "CSV UTF-8" wählen, nicht nur "CSV".

Pitfall 2: Datumsformat. Excel kennt verschiedene Formate (DD.MM.YYYY, MM/DD/YYYY, YYYY-MM-DD). Wenn die Import-Software einen anderen erwartet, werden Datumsangaben als Text behandelt — kann nicht gefiltert werden. Vor Import: Datumsspalten als ISO-Format (2026-08-16) speichern.

Pitfall 3: Fehlende Pflichtangaben in Kundenliste. Excel-Listen haben oft kein Feld für USt-ID, Steuernummer, Anschrift-Postleitzahl getrennt. Beim Import in eine Software, die diese Felder strukturiert verlangt: lückenhafter Datenbestand. Lösung: Vor dem Export Kundenliste manuell ergänzen oder nach dem Import die fehlenden Felder nachpflegen.

Ein echter Excel-Fehler aus der Praxis

Aus einem 4-Mann-Solar-Betrieb, Migration zu Branchen-Software im Mai 2025:

Freitag, 18 Uhr — letzte Rechnung der Woche soll noch raus. Geschäftsführer und Buchhalterin arbeiten gleichzeitig in "Rechnungen 2025.xlsx" über SharePoint Co-Editing. Beide sehen die nächste freie Nummer "2025-127". Beide vergeben sie. Die Software merkt das nicht, weil Excel kein Constraint hat. Beide Rechnungen gehen an unterschiedliche Kunden raus.

Drei Wochen später ruft der Steuerberater an: "Sie haben zwei Rechnungen mit derselben Nummer 2025-127." Eine muss storniert, die zweite neu vergeben werden. Aufwand: 4 Stunden Recherche, Stornierungs-Belege, Kunden-Kommunikation. Geschätzter Schaden: 250 €.

Bei der nachfolgenden Migration zur Software stellte sich heraus: In Excel waren in 12 Monaten insgesamt 3 Doppelvergaben passiert — bei drei waren Korrekturen sauber dokumentiert, bei einer fehlten die Belege. Diese eine wurde bei der nächsten Betriebsprüfung als Mangel notiert.

Solche Fälle sind nicht selten. Sie sind der häufigste konkrete Anlass für den Software-Wechsel, sobald sie einmal passieren.

Mitarbeiter-Schulung

Mitarbeiter-Schulung an Software
Bei guter Software reichen 1-2 Stunden Schulung pro Mitarbeiter. · Foto: SpotOn POS / Pexels

Bei guter Software: 1-2 Stunden für jeden Mitarbeiter, dann läuft es. Falls die Software mehrtägige Schulungen braucht, ist sie für Kleinbetriebe meist die falsche Wahl — siehe auch Handwerkersoftware Kosten 2026.

Wichtig: Mitarbeiter früh einbeziehen. Wer in den Wechsel "von oben" hineingedrückt wird, akzeptiert die Software schlechter. Wer Mitspracherecht hatte ("Welche Funktionen wären dir wichtig?"), trägt sie mit.

Branchen-spezifische Excel-Schmerzen

Solar-Betriebe

Bei Solar-Betrieben (PV-Installation, Wechselrichter, Speicher) treten in Excel zusätzlich folgende Probleme auf:

  • Nullsteuersatz-Verwechslung — wer in Excel die Standard-Vorlage mit 19 % USt nutzt, übersieht den §12-Abs.-3-Nullsteuersatz für Wohngebäude-PV. §14c-UStG-Falle. Details in Photovoltaik-Rechnung schreiben.
  • Modul-Kalkulation manuell — bei 20 Modulen, Wechselrichter, Speicher, Montage-System sind 8-12 Positionen pro Rechnung typisch. Manuelle Übertragung von Aufmaß ins Angebot in Excel = Fehlerquelle.
  • MaStR-Nummer und Inbetriebnahmedatum als zwingende Pflichtangaben sind in Standard-Excel-Vorlagen oft nicht vorgesehen.
  • ZUGFeRD-Pflicht ab 2027/2028 für B2B-Solar-Kunden (Industriedächer, Gewerbeanlagen) — Excel kann keine ZUGFeRD-Datei erstellen.

Baumpflege-Betriebe

Bei Baumpflege-Betrieben sind die typischen Excel-Schmerzen anders gelagert:

  • Foto-Doku am Auftrag — die FLL-Pflicht zur Foto-Dokumentation lässt sich in Excel praktisch nicht abbilden. Fotos werden in separaten Ordnern abgelegt, Zuordnung zum Auftrag manuell. Details in Arbeitsbericht Baumpflege FLL.
  • §35a-Trennung Material/Arbeit/Maschine — eine echte Spalten-Aufteilung pro Position ist in Excel umständlich. Privatkunden verlieren bis zu 4.000 €/Jahr Steuerermäßigung, wenn die Aufteilung fehlt.
  • GPS-Tag und Standort — bei Verkehrssicherungs-Kontrollen Pflicht, in Excel nicht abbildbar.
  • Mehrere Bäume pro Auftrag — bei Kontrollberichten für Kommunen oft 10-50 Bäume pro Bestand. Tabellarische Excel-Listen ohne Foto-Verknüpfung sind im Streitfall schwach.

Bei beiden Branchen ist eine branchenspezifische Software (mit eingebautem PV- oder FLL-Modul) deutlich überlegen. Vergleich der Kategorien in Handwerkersoftware Kosten 2026.

Häufige Sorgen, die meist unbegründet sind

"Meine Daten sind dann nicht mehr bei mir." Bei deutschen oder EU-Anbietern liegen die Daten in der EU, mit AV-Vertrag und DSGVO-Konformität. Datenexport ist jederzeit möglich. Mehr in DSGVO im Handwerksbetrieb.

"Ich kann das System nicht anpassen wie meine Excel-Tabelle." Stimmt teilweise. Excel ist maximal flexibel, Software ist strukturierter. Aber: Diese Struktur ist meist die bessere Lösung — sie verhindert die Fehler, die in flexiblen Tabellen entstehen.

"Was, wenn der Anbieter pleite geht?" Datenexport-Funktion ist Standard bei seriösen Anbietern. Du kannst deine Daten jederzeit als CSV oder ZIP herunterladen.

"Mein Steuerberater kennt das nicht." Die meisten Handwerker-Software-Anbieter haben DATEV-Schnittstellen oder mindestens CSV-Export, mit dem jeder Steuerberater arbeiten kann.

Was du jetzt machen solltest

Eine Mini-Checkliste in der Reihenfolge, in der du sie abarbeiten solltest:

  • Selbstcheck: Trifft eine der fünf Schwellen auf dich zu? Dann ist der Wechsel überfällig.
  • Echte Kosten rechnen: 5 h/Woche × interner Stundensatz × 52 Wochen = jährliche Excel-Verwaltungskosten. Mit Software-Preis vergleichen.
  • Aktuelle Excel-Stand sichten: Welche Sheets, welche Tabs, welche Daten sind aktiv genutzt?
  • CSV-Export-Test machen: Mal eine Kundenliste als CSV (UTF-8) speichern und kontrollieren, ob Umlaute erhalten bleiben.
  • Datumsformat-Check: Vor dem Migration-Test alle Datumsspalten als ISO (2026-08-16) speichern.
  • Anbieter-Shortlist: 2-3 Anbieter testen, am besten mit eigenem Datenbestand.
  • Steuerberater einbinden: Wechsel-Vorgang einmalig dokumentieren, DATEV-Schnittstelle prüfen.
  • Wechseldatum festlegen: Idealerweise zum Quartalsanfang, damit Buchhaltung und Steuer sauber laufen.
  • Parallel-Betrieb planen: 1-2 Monate Übergang einkalkulieren, alte Rechnungen abschließen, neue im neuen System.

Wie Werkheft das löst

CSV-Import für Kunden und Stammdaten. Excel-Datei als CSV speichern, in Werkheft importieren — fertig.

werkheft.de
Werkheft Rechnungsansicht — ZUGFeRD direkt zum Download
Screenshot: Was Excel nicht kann: strukturierter ZUGFeRD-Export direkt aus der Rechnungsansicht.

Beliebige Start-Rechnungsnummer. Du gibst die letzte Nummer aus Excel an, Werkheft macht ab der nächsten weiter. Keine Lücke, keine Doppelvergabe.

Parallel-Betrieb möglich. Alte Rechnungen bleiben im alten System, neue Rechnungen in Werkheft. Keine Datenmigration nötig zum Start.

DATEV-Export und CSV-Download. Steuerberater bekommt was er gewohnt ist.

20 Minuten Setup, keine Schulung nötig. Wer schon mal eine Excel-Tabelle geführt hat, kommt mit Werkheft sofort klar.

Details: Vergleich Handwerkersoftware

Häufig gestellte Fragen

Ist Excel im Handwerk GoBD-konform?

Nein. Excel erfüllt die GoBD-Anforderungen nicht: Daten können ohne Spur überschrieben werden, kein Audit-Log, keine zwingende Unveränderbarkeit. Bei normalen Prüfungen kommt man oft durch, bei intensiven Prüfungen wird's kritisch. Zudem ab 2027/2028 keine ZUGFeRD-Fähigkeit für die E-Rechnungspflicht.

Ab wann lohnt sich der Wechsel von Excel zu Software?

Sobald eine der fünf Schwellen erreicht ist: mehrere Mitarbeiter, mobile Erfassung nötig, GoBD-Sorgen, E-Rechnung-Pflicht ab 2027/2028 oder mehr als 15-20 Rechnungen pro Monat. Bei mehreren Treffern ist der Wechsel überfällig.

Wie übernehme ich meine Excel-Daten in eine neue Software?

Per CSV-Import. Kundenliste in Excel als CSV speichern, in die neue Software importieren. Die meisten Anbieter unterstützen das per Klick. Stammdaten für Material und Leistungen genauso. Alte Rechnungen bleiben im alten System (10-Jahres-Aufbewahrungspflicht).

Was passiert mit der Rechnungsnummer beim Wechsel?

Du gibst in der neuen Software als Startnummer die nächste freie aus deiner Excel-Liste an (z.B. nach 2026-085 wird 2026-086). Die Software vergibt ab da automatisch. Keine Lücken, keine Doppelvergaben. Den Wechsel-Vorgang einmalig mit dem Steuerberater dokumentieren.

Muss ich meine alten Excel-Dateien aufbewahren?

Ja, 10 Jahre lang nach §147 AO. Die Aufbewahrungspflicht gilt unabhängig von der aktuellen Software. Alte Excel-Dateien also nicht löschen, sondern in einem unveränderbaren Archiv ablegen (z.B. als ZIP mit Erstellungsdatum auf einem nicht überschreibbaren Speicher).

Wie lange dauert die Einarbeitung in eine neue Software?

Bei guter Software 1-2 Stunden pro Mitarbeiter, dann läuft es. Bei branchenspezifischen Lösungen mit Vorlagen oft noch weniger. Wenn ein Anbieter mehrtägige Schulungen verlangt, ist die Software für Kleinbetriebe meist überdimensioniert.

Reicht Cloud-Excel (SharePoint, OneDrive, Google Sheets) als Lösung?

Nur teilweise. Cloud-Excel löst das Mehrbenutzer-Problem (Co-Editing), aber: GoBD-Konformität fehlt weiter (kein bindendes Audit-Log mit Schreibsperre), Mobile bleibt Krampf, ZUGFeRD-Export geht nicht, Pflichtangaben-Prüfung ist manuell. Wer ohnehin wechselt, sollte direkt auf eine Branchen-Lösung gehen.

Was kostet Excel wirklich im 3-Mann-Betrieb?

Auch wenn die Lizenz 0 € kostet: 5 Stunden/Woche Verwaltungszeit × 35 € interner Stundensatz × 52 Wochen = 9.100 €/Jahr. Plus Fehlerkosten (vergessene Stunden, Doppelvergaben) ca. 1.200 €/Jahr. Plus geschätztes GoBD-Risiko bei Betriebsprüfung. Gesamtkosten 3 Jahre: ~30.900 € vs. 10.090 € bei Branchen-Software.

Welche typischen Probleme treten bei der CSV-Migration auf?

Drei häufige: Encoding (Umlaute werden zu Fragezeichen) — als CSV-UTF-8 statt nur "CSV" exportieren. Datumsformat — vor Export auf ISO (2026-08-16) umstellen, sonst landet als Text. Fehlende Pflichtangaben (USt-ID, Postleitzahl separat) — vor Import manuell ergänzen oder nach Import nachpflegen.

Was sind die typischen Excel-Schmerzen bei Solar-Betrieben?

Nullsteuersatz-Verwechslung (§14c-UStG-Falle bei 19 % statt 0 % für PV ≤ 30 kWp auf Wohngebäuden), manuelle Modul-Kalkulation mit 8-12 Positionen pro Rechnung, fehlende MaStR-Nummer und Inbetriebnahmedatum, fehlende ZUGFeRD-Fähigkeit für B2B-Solar-Kunden ab 2027/2028.

Was sind die typischen Excel-Schmerzen bei Baumpflege-Betrieben?

Foto-Doku am Auftrag (FLL-Pflicht in Excel praktisch nicht abbildbar), fehlende §35a-Trennung Material/Arbeit/Maschine (kostet Privatkunden bis 4.000 €/Jahr Steuerermäßigung), GPS-Tag bei Verkehrssicherungs-Kontrollen, viele Bäume pro Auftrag bei Kommunal-Beständen ohne Foto-Verknüpfung.

Wann ist der beste Wechsel-Zeitpunkt von Excel zu Software?

Idealerweise zum Quartalsanfang (1. Januar, 1. April, 1. Juli, 1. Oktober) — Buchhaltung und Steuer laufen sauber im neuen System. Mit 1-2 Monaten Parallel-Betrieb davor. Wer mitten im Jahr wechselt, dokumentiert die letzte Excel-Rechnungsnummer und startet in der Software bei der nächsten freien Nummer.

Quellen

Hinweis: Datenmigration zwischen Systemen sollte vor dem produktiven Einsatz getestet werden. Bei größeren Datenbeständen lohnt sich ein Probedurchlauf mit Testdaten, bevor du live umstellst.

Foto von Benjamin Krug

Über den Autor

Benjamin Krug

Benjamin Krug ist Gründer von Werkheft. Seit über 10 Jahren entwickelt er Software — heute speziell für Solar- und Baumpflege-Betriebe in Deutschland. Werkheft entstand aus der Beobachtung, dass kleine Handwerksbetriebe zwischen Excel-Tabellen und überdimensionierten ERP-Systemen keine passende Lösung finden. Sitz: Augsburg.

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Aufmaß, Angebote und Rechnungen für Solar- und Baumpflege-Betriebe. GoBD-konform, ZUGFeRD-ready, ab 20 €/Monat.